Der beste Opa der Welt - Schriftstellerin Simone Nic

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Der beste Opa der Welt

von Jürgen
Sommer  - Sonne  -  Ferienzeit

Hui! Mit leichter Schneckenrenngeschwindigkeit düst Amanda in ihrem  Schneckenhaus  mit Rennantrieb über den Feldweg nach Kleinhühnerhof. Das macht Spaß! Sie zieht eine kleine Staubwolke hinter sich her und fährt um die Steine im Slalom. „Da vorn fährt ja ein kleines Mädchen mit dem Fahrrad. Ihre Haare wehen im Wind und sie tritt gemächlich ins Pedal“ , bemerkt Amanda.
„Ich düse an ihr vorbei und winke ihr zu.“

Und so macht es unsere Schnecke Amanda auch. „Das Mädchen auf dem Rad ist ja Svenja, die kleine zierliche Schülerin aus dem Gymnasium der Stadt. Das sind,  glaube ich, die Schulen der Schlauen und Superschlauen. Na sei es drum…“, überlegt Amanda.
Jetzt macht Svenja aber Betrieb. „Hat sie mich gesehen? Ja, es sieht so aus, denn sie fährt jetzt so schnell wie ich. Na das wollen wir doch mal sehen, ich kann noch viel schneller!“, sagt sich Amanda und dreht den Turbo auf. Schneller und immer schneller jagen die Beiden über den Feldweg. Amanda schaut zu Svenja hoch und Svenja schaut, wie schnell Amanda neben ihr her rennt. Ganz eng ist das Rennen!

Auuuua! - Peng! - Plautz – Pardautz und Ahhhh!

Was war das? Ein Stein mitten auf dem Weg!  Amanda hatte ihn nicht gesehen und ist voll dagegen gerannt. Der blöde Stein hatte sich nicht ein Stückchen bewegt. „Warum muss der ausgerechnet hier liegen? Nur gut, dass ich keine Knochen habe. Ich hätte mir bestimmt alle gebrochen. Aber auch so tut mir alles weh vom Aufprall und es gibt bestimmt bestimmt jede Menge blaue Flecke!“,  jammert Amanda schmerzgeplagt.

Ui, das war wirklich heftig. Schlimmer geht es kaum.

Und doch: „Mein Rennuntersatz ist nur noch Schrott, ein Rad kaputt, die Achsen verbogen und die Haltegurte eingerissen! Und das mitten im Sand auf dem Feldweg zwischen Irgendwo und Nirgendwo! Was mache ich jetzt? Was wird jetzt aus mir?“, verzweifelt Amanda.

Und als wäre das nicht genug, verschwindet die Sonne und ein großer dunkler Schatten überdeckt Amanda. Sie schließt die Augen und hat nur noch Angst.

„He du, bist du nicht Amanda, die Rennschnecke? Kannst du mich hören? Mach die Augen auf! Was ist denn mit dir passiert?“. Es ist die Stimme von Svenja. Sie ist zurückgekommen. Plötzlich hatte sie bemerkt, dass niemand mehr da war, der mit ihr um die Wette fuhr. Die kleine Staubwolke neben ihr am Boden war plötzlich verschwunden gewesen. Da ist Svenja umgekehrt und hat Amanda gesucht.
Jetzt hebt sie Amanda vom Feldweg auf und putzt sie erst einmal. Die kleinen spitzen Steinchen die sich in die Haut gedrückt haben, streicht sie vorsichtig von Amandas Körper. Die Reste des Renngestells macht sie ab und legt es auf ihren Sattel. „Oh, ist das niedlich! Wer hat so viel Geschick, um das zu bauen? Ich muss Amanda helfen! Wir müssen zu Opa. Opa kann alles“, spricht sie leise zu sich selbst. Gesagt getan! Svenja packt die kleine Rennschnecke und die Reste des Renngestells in ihr Fahrradkörbchen und fährt jetzt mit allem zu Opa. „Opa kann alles!“, macht Svenja der kleinen, armen, verletzten Amanda Mut. „Der repariert alles wieder!“, erzählt Svenja unterwegs auf dem Fahrrad Amanda. Na mal sehen.

Bei Oma und Opa angekommen erzählt Svenja von der Wettfahrt mit Amanda und dem Unfall mit dem Stein. Während Oma Amanda ein warmes Bad verordnet, hat Opa die Reste des Renngestells untersucht und festgestellt, dass es gar nicht so schlimm ist. Ein Rad da wechseln, eine Achse schnitzen, etwas Leim, ein Stückchen Leder und noch ein bisschen Farbe. Alles kein Problem! Opa macht sich gleich an die Arbeit.

Nachdem Amanda nun frisch verarztet und gebadet ist, gibt es noch ein saftiges Salatblatt auf dem Fensterbrett als Abendbrot, denn es ist spät geworden.

Und dann wird erst einmal geschlafen und von den Erlebnissen ausgeruht.
Am nächsten Morgen geht es Amanda wieder richtig gut. Es gibt auch noch ein kräftiges Frühstück. Oma bringt Amanda hinter das Haus. Hier ist ein wahres Paradies für Schnecken. „Friss dich erst einmal richtig satt und tanke wieder Kraft!“, sagt Oma. Opa war in der Zeit auch fleißig und hat das Renngestell repariert. Dann  bittet er Svenja,  Amanda zu holen, denn ohne ihren Rennuntersatz ist sie ja nicht gerade schnell.

Bei der Anprobe funktioniert alles und nun kann Amanda wieder über die Wege düsen. Für den Notfall hat der Opa ihr seine Telefonnummer gegeben und Amanda hat sie in ihrem Handy unter „Schneckenkummer-Notfallnummer“ gespeichert.
Nur gut, dass es Opas wie den von Svenja gibt!

Als Amanda losfährt, stehen Oma, Opa und Svenja am Gartentor und winken ihr nach. Sie wünschen unserer kleinen Rennschnecke Amanda viel Spaß bei ihren weiteren Abenteuern!
Amanda - Ein Mut-mach-Buch mit Ausmalseiten für die ganze Familie
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