Dafür gibts ein Bienchen
von Ali
Heute Morgen, die Sonne schien golden vom strahlend blauen Himmel und ihre Strahlen kitzelten mich wach. Ich streckte meine Fühler nach allen Seiten aus, gähnte, reckte und streckte mich und freute mich auf den Tag. Auf der kleinen Obstwiese wiegten sich ganz sachte die Grashalme im Wind.
Auf dem Blatt über mir glitzerte ein Tautropfen in der Sonne. Plumps! Schon fiel er auf mich herab und zerfiel in tausend kleine Spritzerchen.
Frisch geduscht machte ich mich ans Frühstücken. Über mir tschilpte ein kleiner Spatz und erzählte mir, was es alles Neues gab und eine Ameisenarmee marschierte im Gleichschritt an mir vorbei. Kreuzspinne Hermine spann ein großes Netz und Marienkäfer Heinrich zählte seine Punkte. Hach! So konnte ein schöner Tag beginnen.
Nach dem Frühstück zog ich langsam los. Was wollte ich denn heute machen?
Ich schaute mich um und plötzlich spürte ich es: Es vibrierte und wummerte unter meinen Füßen, äh – Rädern.
„Bum! Bum! Bum!“,….. und wieder: „Rumsdadums!“. Was war denn das? So ein furchtbarer Lärm und dann dieses Zittern und Vibrieren….
Ich beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. So schnell ich nur konnte - und ich bin nicht umsonst die Rennschnecke Amanda – folgte ich den Geräuschen.
Nach einer Weile sah ich sie: am Rande der kleinen Obstwiese saß die kleine Biene Ulrike auf einem Stein. Weinte sie etwa? Als ich bei ihr war, fragte ich sie: „Warum weinst du, kleine Biene?“. Schluchzend schaute mich Biene Ulrike an. „Ja siehst du und hörst du denn nicht, was hier los ist?“, fragte sie leise. Ich sah mich um, was war denn das?Die schöne bunte Wiese mit den vielen bunten Blumen und Gräsern – alles weg. Alles weg – nur eine braun–graue Schlammwüste breitete sich vor mir aus.
Und dahinter stand bedrohlich hoch und breit eine Mauer aus Maschinen, Baggern und großen kräftigen Menschen mit Schlamm verschmierten Hosen, Hemden und Stiefeln.
Sie lachten und stapften durch die matschige Pampe und die Pfützen. Dröhnend kam da ein Bagger angefahren, kam immer näher mit seiner großen grauen Baggerschaufel.
Au weia...was passierte da?
Meine kleine Freundin, Biene Ulrike, sagte traurig: „Die Menschen bauen eine neue Straße und ein neues großes Haus. Wo soll ich denn jetzt meinen Nektar finden?
Ohne Nektar kann ich den Blütenstaub nicht von Blüte zu Blüte tragen und es gibt keine Blumen und keine Früchte an den Bäumen und Pflanzen! Ohne Nektar gibt es auch keinen zuckersüßen Honig mehr!“
Die Tränen liefen Ulrike über ihr kleines Gesichtchen und auch ich wurde sehr traurig.
Ich schnappte mir meine kleine Freundin. Nur schnell weg von hier und zu unserer kleinen Obstwiese hinter dem Haus. Doch wie lange würde es die noch geben?
Aber wenn die Menschen immer mehr Häuser, Einkaufsläden und Straßen bauen, Wiesen und Freiflächen zubetonieren und selbst in Vorgärten nur Steine auslegen, weil das weniger Arbeit macht, statt Blumen zu pflanzen, wenn also immer mehr Natur verschwindet, dann haben die kleinen Insekten und wir anderen Tiere keinen Platz mehr auf dieser unserer herrlichen Welt.
Keine Blumen, keine Gräser und Bäume mehr!
Was können wir nur dagegen tun?
Jetzt seid Ihr dran, helft uns bitte.
Wie können wir Biene Ulrike und den anderen Lebewesen da draußen in der Natur nur helfen?
Um Ulrike aufzuheitern und auf andere Gedanken zu bringen, nahm ich sie bei der Hand und ging mit ihr in unseren schönen Zoo, hier in Leipzig.
Und da war sie auf einmal! Die Idee, wie wir helfen können! Und sie hing gleich neben dem Eingang zum Zoo!
Nein – nicht die Idee hing da - sondern ein Plakat.
Und so helfen wir: Wir sind BIENENPATEN geworden.
Nun helfen wir nicht nur unserer kleinen Freundin `Bienchen Ulrike’, sondern ganz vielen Bienen.
