Amandas große Entdeckung
von Alexander
An einem sonnigen Morgen sauste die Rennschnecke Amanda fröhlich über eine taufrische Wiese. Ihre vier Räder surrten leise, während sie durch Pusteblumenschnee und über glitzernde Tautropfen flitzte.
Doch plötzlich – RUMMS! – holperte sie über eine kleine Wurzel, stolperte, überschlug sich einmal in der Luft und landete sanft auf einem weichen Moosbett. Als sie sich schüttelte und wieder aufrichtete, staunte sie nicht schlecht: Zwei ihrer Räder waren verschwunden!
„Oh nein!“, rief Amanda erschrocken. „Wie soll ich denn jetzt rennen? Ohne meine vier Räder kann ich doch niemals so schnell sein!“
Da kam die schlaue Eule Eulalia angeflattert. „Amanda, was ist denn los? Du siehst ja ganz aufgeregt aus!“
„Meine zwei Räder sind weg!“ rief Amanda. „Jetzt bin ich bestimmt nur noch eine halbe Rennschnecke!“
Eulalia schmunzelte. „Bist du sicher? Versuch doch mal, ein Stück zu sausen. Vielleicht brauchst du die Räder gar nicht so sehr, wie du denkst.“
Amanda war skeptisch, aber sie nahm allen Mut zusammen und drückte sich mit ihren kleinen Schneckenmuskeln kräftig vom Boden ab. Und plötzlich – wusch! – sauste sie los! Sie wurde schneller und schneller, spürte den Wind in ihren Fühlern und wähnte sich… genauso schnell wie vorher!
„Das gibt’s doch gar nicht!“ rief Amanda begeistert. „Ich brauche die beiden Räder ja nicht!“
Eulalia zwinkerte. „Sie waren nur Stützräder. Und jetzt bist du eine richtige Rennschnecke – ganz von allein!“
Amanda lachte vor Freude und sauste weiter.
Von diesem Tag an wusste sie:
Sie war schnell, weil sie an sich glaubte – und nicht, weil sie vier Räder hatte. Die beiden verlorenen Räder ließ sie zurück, damit vielleicht eine kleine Baby-Schnecke ihre ersten Rennversuche mit ihnen machen konnte.
Und so sauste Amanda mit zwei Rädern in die Welt hinaus – und war schneller als je zuvor!